Kirche bietet Parolen Paroli

Der Ton in der Diskussion um Migration und Flüchtlingsthematik hat sich massiv verschärft. Wir bekommen dies an vielen Stellen in unserer Gesellschaft und auch in unserem direkten Umfeld zu spüren.
Der Zuzug vieler Geflüchteter beeinflusst die öffentliche Diskussion und ihre Themen. In Kneipen, auf Familienfesten, am Arbeitsplatz, in Bus und Bahn werden wir mit Beleidigungen und radikalen Äußerungen konfrontiert. Doch wie geht man um mit stumpfen Parolen und Vorurteilen?
Wir leben in einer hochkomplexen und auch komplizierten Welt und viele Menschen stecken voller Zukunftsängste. Die Flucht zu einfachen Erklärungen und Lösungen ist leicht. Die Ängste, die dahinterstecken, sind ernst zu nehmen.
Populisten wollen nicht diskutieren, sondern missionieren. Ihnen ist nicht mit Fakten entgegenzutreten, sondern man muss ihnen zunächst zuhören, sie aushalten und ernst nehmen. Zu einem passenden Zeitpunkt kann mit passendem Zeugnis etwas dagegengesetzt werden. Doch wann ist der passende Zeitpunkt? Was ist das passende Zeugnis?
Rechtspopulisten sind nicht nur in Europa weit auf dem Vormarsch. Das soziale Ungleichgewicht wird größer, das Armutsrisiko steigt. Rechtspopulisten spielen diesem Prinzip der Ungleichheit allerdings in die Hände, da sie den Sozialstaat rück-, wenn nicht gar abbauen. Soziale Gerechtigkeit und vor allem dazu die gleichen Bildungsmöglichkeiten für alle sind Instrumente, um Rechtspopulismus wirksam etwas entgegenzusetzen.
Akzeptanz, Wertschätzung und Anerkennung des Einzelnen sind wichtige Stichworte. Und an dieser Stelle sind auch und vor allem die Kirchen gefragt, doch nicht nur die Kirchen, sondern auch die Universitäten.

Das Referat Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis Münster bietet das passende Handwerkszeug im Rahmen eines Workshops. Dieser wird sich mit einzelnen Parolen beschäftigen, sie zuordnen, interpretieren. Die Teilnehmenden werden befähigt, sich mit Mut und Nerven gegen rechtsradikale Zumutungen zur Wehr zu setzen, dagegenzuhalten, ohne selbst der Gefahr des Populismus und der Parolen anheimzufallen. In Rollenspielen gelingt es, eine andere Sichtweise und eine andere Haltung zu entwickeln, um sich gar nicht erst in die Defensive drängen zu lassen.

Zeit: Do. 29.10.2020, 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Ort: Café Fair, Hauptstelle der Caritas Ahaus, Coesfelder Str. 6, Ahaus
Kosten: keine
Referentin: Dr. Heike Plass, Bildungsreferentin im Ev. Kirchenkreis Münster
Anmeldung: Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Ev. Kirchenkreis Münster.


Frieden! – eine andere Option gibt es nicht. Fällt leider Pandemie-bedingt aus. Nachholtermin ist für Mai 2021 in Ahaus geplant. Informieren Sie sich bitte hier oder in der Tagespresse
Sumaya Farhat-Naser, Menschen-und Frauenrechtlerin aus Birzeit/Ramallah in Palästina spricht über ihr Engagement für den Frieden

Was bewegt Menschen sich nach Jahrzehnten erlebter Gewalt und Ungerechtigkeit für den Frieden einzusetzen? Wie schaffen sie es Resignation und Hoffnungslosigkeit zu überwinden? Die palästinensische Menschen- und Frauenrechtlerin Sumaya Farhat-Naser arbeitet seit Jahrzehnten für den Frieden im Nahen Osten, als Brückenbauerin zwischen Palästinensern und Israelis, als Friedensstifterin in unzähligen Projekten und Initiativen. Frauen christlicher und muslimischer Prägung ermutigt sie zum Dialog.
Mit Menschlichkeit die Menschlichkeit der anderen zu wecken - das ist ihre Botschaft.
Diese Botschaft gilt in diese Zeit hinein ganz besonders!
Sumaya Farhat-Naser, geboren 1948 in Birzeit bei Jerusalem, hat Biologie, Geografie und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg studiert. 1982-1997 war sie Dozentin für Botanik und Ökologie an der palästinensischen Universität Birseit. Seit 1997 ist sie Leiterin des palästinensischen "Jerusalem Center for Women". Regelmäßige Vorträge u.a. über Erziehung, Alltag, Ökologie, Frauen und die politische Lage in Palästina in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihre Bücher „Thymian und Steine“, „Im Schatten des Feigenbaums“ und „Disteln im Weinberg“ genießen eine hohe Bekanntheit und Popularität. 1995 wurde Sumaya Farhat-Naser mit dem Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrehchte und 1997 mit dem Buchpreis des Deutschen Verbandes Evangelischer Büchereien sowie dem Versöhnungspreis "Mount Zion Award" in Jerusalem ausgezeichnet. Sie lebt in Birzeit/Ramallah.

Zeit: Fr., 06.11.2020, 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr
Ort: Karl Leisner-Haus Ahaus, Schloßstr. 19, Ahaus
Kosten: Der Eintritt ist frei. Um eine angemessene Spende zugunsten der Friedensprojekte Sumaya Farhat-Nasers in Palästina/Israel wird gebeten.
Referentin: Sumaya Farhat-Naser, palästinensische Frauen- und Menschenrechtlerin
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Kreis Borken/Katholisches Bildungsforum.


Jerusalem im status quo

Kulturen, Religionen, politische Mächte von innen und außen - alle erheben Anspruch auf einen einzigen Ort, auf eine Stadt, in der man in jedem Winkel ihre jahrtausendelange Geschichte spürt: Jerusalem.
Doch wie lebt es sich in einer so unglaublichen, einzigartigen Stadt? Wo verschiedenste Welten aufeinandertreffen, wo Konflikte vorprogrammiert sind, wo untereinander strikte Regeln herrschen, um Eskalationen zu vermeiden und wo genau genau das zu herumstehenden Leitern führt ...
Annika Freyhoff hat ein Jahr in Jerusalem an der Dormition Abbey studiert ist seitdem in verschiedenen friedenspolitischen und sozialen Projekten und Initiativen immer wieder in Jerusalem.  Sie berichtet aus der Stadt, von der stets eine große Sehnsucht nach Frieden ausgeht, die aber durch die Geschichte bis in die Gegenwart hinein Ort schmerzlicher politischer wie religiöser Auseinandersetzung ist.
Und doch: Es bleibt die Stadt, in der der Tempel als Wohnstatt Gottes stand, es bleibt die Stadt der Gottessuche- und Gottesnähe, die Stadt Jesu im größtmöglichen Erlebenskontrast von Kreuzigung und Auferstehung und die Stadt der eschatologischen Hoffnung dreier Religionen.

Zeit: Do. 19.11.2020, 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Ort: Dorothee-Sölle-Haus Ahaus, Wüllener Str. 16, Ahaus
Kosten: Eintritt frei. Um eine angemessene Spende wird gebeten.
Referentin: Annika Freyhoff, studiert katholische Theologie und Antike Kulturen Ägyptens und Vorderasiens an der WWU Münster, verbrachte ein Studienjahr an der Dormition Abbey in Jerusalem
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.


Was uns betrifft: Antisemitismus in der Gesellschaft – Information, Diskussion, Position und Handeln

Antisemitische Haltungen und Handlungen nehmen in der Gesellschaft seit Jahren stark zu. Mit Stefan Querl, stellvertretendem Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel in Münster, Margarita Voloj, Mitglied der Synagoge Münster und Wolfgang Hüllstrung, Beauftragtem für den christlich-jüdischen Dialog in der Ev. Kirche im Rheinland diskutieren wir über Formen und Gefahren des Antisemitismus in unserer Gesellschaft, im Gedankengut, in der Werbung, in politischen Statements:
Welche Argumentationsmuster gibt es, was begünstigt antisemitische Haltungen, wie lässt sich der Gefahr begegnen, wie können wir couragiert handeln?

Zeit: Do. 03.12.2020, 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Ort: Martin Luther-Haus Steinfurt, Wettringer Str. 10, Steinfurt
Kosten: 12,- €
Referenten: Stefan Querl, stellvertretendem Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel in Münster, Margarita Voloj, Mitglied der Synagoge Münster, Wolfgang Hüllstrung, Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog in der Ev. Kirche im Rheinland
Anmeldung:  Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.


„geflohen, vertrieben - angekommen?! – Aspekte der Gewaltmigration im 20. und 21. Jh.

Das Thema “Flucht und Vertreibung” hat vor allem seit dem Sommer 2015 eine enorme Aktualität erfahren, die noch kurz zuvor nicht vorstellbar gewesen wäre. Tausende Menschen erreichten seinerzeit täglich die Europäische Union und über die Balkanroute schließlich die Bundesrepublik. Worte wie “Flüchtlingswelle” oder “Völkerwanderung” waren zu hören und zu lesen. Auch wenn uns zwischenzeitlich, nach dem EU-Türkei-Abkommen und einer zunehmenden Sicherung der Grenzen entlang der Balkanroute, deutlich weniger Menschen erreichen, so bleiben die grundsätzlichen Herausforderungen doch erhalten wie die Entwicklungen an der türkisch-griechischen Grenze in diesem Jahr zeigen.
Die Bilder in den Medien von der Balkanroute erinnerten an die Trecks der Flüchtlinge und Vertriebene, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Krieg verlassen haben bzw. nach dem Krieg zwangsweise verlassen mussten und dabei oft nicht mehr besaßen, als das, was sie am Leibe trugen. Viele von ihnen hatten Angehörige im Krieg verloren und waren von den Ereignissen rund um den Krieg schwer traumatisiert.
Der Vortrag greift daher die aktuellen Herausforderungen auf und bettet sie in den historischen Kontext des Themas ein. Am Beispiel der Flucht und Vertreibung von Deutschen 1933 bis 1945/46 und der Situation heute veranschaulicht er, wie Mechanismen der Gewaltmigration zu allen Zeiten funktionierten und immer noch funktionieren, aber auch, welche Probleme sich beim Ankommen der Flüchtlinge in der neuen Heimat ergeben. Besonders spannend sind die Thesen des Vortragenden, warum Deutschland im Jahr 2015 von einer massiven Flüchtlingsbewegung erfasst worden ist.
Zuhören lohnt sich, Zeit für Fragen und Diskussion besteht ebenfalls.

Zeit: Do. 26.11.2020, 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Ort: Volkshochschule Lengerich, Bahnhofstr.106, Lengerich
Kosten: 5,- €
Referent: Prof. Dr. Jochen Oltmer, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Osnabrück
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.  und der VHS Lengerich.
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: jens.effkemann@volksbund.de

Einladen möchten wir gerne auch zum Besuch der Wanderausstellung „geflohen, vertrieben – angekommen!? – Aspekte der Gewaltmigration im 20. und 21. Jh.“, die vom 23.11.2020 bis zum 14.12.2020 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der VHS Lengerich in den Räumen der VHS Lengerich gezeigt wird. Über die genauen Öffnungszeiten informieren Sie sich bitte über die Tagespresse.


Recht auf Leben – Recht auf Sterben? - Die ethische Diskussion zum Thema „Sterbehilfe“ mit Filmen erschließen

Seit Anfang der 2000er Jahre reflektieren Spielfilme die gesellschaftliche Debatte um Sterbehilfe und fordern den Zuschauer zur Kritik der Haltung des Films heraus. Film- und Religionspädagoge Michael Kleinschmidt stellt in dieser Fortbildung mit exemplarischen Ausschnitten wichtige ältere und neuere Filme vor (Emergency Room, Das Meer in mir, Million Dollar Baby, Silent Heart, Ein ganzes halbes Jahr, Now or Never), die sich zum Einsatz ab der Klasse 9, vor allem aber im Oberstufenunterricht eignen. In einem historischen Exkurs wird außerdem der NS-Propagandaspielfilm "Ich klage an" vorgestellt, der im Jahr 1941 für die Euthanasie werben sollte, in kirchlichen Milieus aber kritisch rezipiert wurde. Nach der Veranstaltung erhalten die Teilnehmenden einen Reader mit Informationen zu den vorgestellten Filmen und weiteren Hintergrundtexten.
Zielgruppe: Insbesondere Lehrerinnen und Lehrer der Sek I/II und alle am Thema Interessierte.
Hinweis: Zum umstrittenen Urteil zu § 217 vom 26.02.2020 findet ein Studientag mit Wolfgang Putz, Dr. Michael de Ridder und dem Ehepaar Dr. Nikolaus und Anne Schneider am Sa. 23.01.2020 in Ahaus statt. Nähere Informationen finden Sie ab Mitte November 2020 im Halbjahresprogramm 1/2021 und auf der Website der Ev. Erwachsenenbildung: www.erwachsenenbildung-der-kirchenkreis.de.

Zeit: Di. 03.11.2020, 12:30 Uhr Mittagsimbiss, Beginn: 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Ort: Gertrudenstift Rheine, Salinenstr. 99, Rheine-Bentlage
Kosten: 5,- €
Leitung: Dr. Torsten Jacobi, Schulreferent, Dr. Heiko Overmeyer, Leiter der Gruppe Sekundarstufe I/II /Referat Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs
Anmeldung: Um eine Anmeldung wird gebeten: Dr. Torsten Jacobi, schulreferat-st-te@kk-ekvw.de, Tel. 02551 144-31.
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Abteilung Religionspädagogik des Bischöflichen Generalvikariats Münster.