Protestierende Protestantinnen: Elisabeth Schmitz und Katharina Staritz im Widerstand gegen Hitler

Männer wie Dietrich Bonhoeffer oder Martin Niemöller sind heute wohlbekannt. Aber wer kennt Elisabeth Schmitz oder Katharina Staritz und die anderen mutigen Frauen aus dem christlichen Widerstand gegen Hitler? Im Vortrag wird die Lebensgeschichte der aus Hanau stammenden und von 1915 bis 1943 in Berlin wirkenden Historikerin und Pädagogin Elisabeth Schmitz ausführlich geschildert. Schmitz gehörte der Bekennenden Kirche an und schrieb 1935 eine singuläre Denkschrift „Zur Lage der deutschen Nichtarier“, worin sie die NS-Judenverfolgung anklagte und ihre Kirche zum Protest aufforderte, leider vergeblich. Nach den Novemberpogromen 1938 weigerte sie sich, weiter in der Schule des „Dritten Reiches“ zu unterrichten. Während der Kriegsjahre stand sie - zusammen mit anderen mutigen Frauen in Berlin - im aktiven Rettungswiderstand zugunsten verfolgter Juden. Ähnlich wie Schmitz setzte sich auch die Theologin Katharina Staritz als Stadtvikarin in Breslau couragiert für die evangelischen „Nichtarier“ ein. Sie wurde daraufhin 1941 von der Kirchenleitung suspendiert und zeitweilig (1942-1943) im KZ Ravensbrück inhaftiert.

Zeit: Mi. 25.11.2020, 18.00 Uhr bis 20:00 Uhr
Ort: Ev. Gemeindehaus Gronau, Döhrmannplatz 2, Gronau
Kosten: Der Eintritt ist frei. Um eine angemessene Spende wird gebeten.
Referent: Prof. Dr. Manfred Gailus, Berlin
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797


Von Tätern und Komplizen – Die Ev. Kirche im Nationalsozialismus

75 Jahre ist das Ende des 2. Weltkriegs her. Ein besonderes Augenmerk soll der Verantwortung der Ev. Kirche in dieser Zeit gelten: Welche Rolle(n) übernahm die Ev. Kirche im Nationalsozialismus? Täter und Komplizen: Wer waren sie? Wie sind sie geworden, was sie am Ende waren? Welche Rolle spielen Verantwortung und Freiheit für einen Christen? Aus welchen Motiven agierten die sog.  Deutschen Christen? Welches Selbstverständnis hatten sie als Christen?
Schließt sich Judenfeindschaft und Christsein nicht aus – gerade aus religiösen Gründen?
Was bedeuten die historischen Erkenntnisse für die politische Verantwortung der Christen in der Gegenwart?
Der Vortrag möchte Licht in eine dunkle Zeit bringen und neuere Erkenntnisse vor- und zur Diskussion stellen.

Zeit: 10.11.2020, 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr
Ort: Ev. Gemeindehaus Reken, Hedwigstr. 1, Reken
Kosten: keine
Referentin: Dr. Esther Brünenberg-Bußwolder, Bildungsreferentin im ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.


Innerlich frei, im Vertrauen stark: für die Würde des Menschen
Porträts beeindruckender Persönlichkeiten der Bekennenden Kirche von Elisabeth von Thadden bis Katharina Staritz

Mit Hilfe der Nationalsozialisten hatten die Deutschen Christen im Juni 1933 die reichsweiten Kirchenwahlen mit einer Zweidrittelmehrheit gewonnen. In vielen Landeskirchen und Gremien besetzten sie die Führungspositionen und begannen Religion und Politik gleichzuschalten. Im November hetzten sie auf einer Kundgebung im Berliner Sportpalast gegen das aus ihrer Sicht "verjudete" Alte Testament, und im März 1934 erklärte der evangelische Pfarrer Hermann Grüner Hitler zum Nachfolger Jesu.
Das ging vielen evangelischen Christen zu weit. In den Landeskirchen bildeten sich Gemeinschaften, die sich gegen die Vereinnahmung durch die Reichskirche wehrten und in Barmen jenes Bekenntnis veröffentlichten, das zum Gründungsdokument der Bekennenden Kirche wurde.
Der Vortrag wirft einen kritischen Blick auf die Bekennende Kirche, zeigt die Entwicklung des Widerstands gegen Hitler innerhalb der Ev. Kirche auf, beleuchtet aber auch Grenzen. Am Beispiel eher weniger bekannter Persönlichkeiten der Bekennenden Kirche vermittelt er, wie innere Freiheit, starkes Vertrauen, klare Argumentation und engagiertes Menschsein in dunkelster Zeit Menschenleben retteten und die Würde der an den Abgrund Gedrängten hoch hielten.
Diese couragierten Persönlichkeiten setzen bis heute starke Impulse für unser Handeln im Widerstand gegen Rassismus und Extremismus, für unseren Einsatz für die Würde des Menschen, die bis in die Gegenwart oftmals schwer erschüttert ist.

Zeit: Di. 24.11.2020, 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr
Ort: Ev. Gemeindehaus Reken, Hedwigstr. 1, Reken
Kosten: keine
Referentin: Dr. Esther Brünenberg-Bußwolder, Bildungsreferentin im ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken
Anmeldung:  Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.


Film: „Dietrich Bonhoeffer – Die letzte Stufe“

Dietrich Bonhoeffer, 1906 geboren und 1945 hingerichtet, ist einer der bekanntesten deutschen Widerstandskämpfer. Bonhoeffers Briefe, die er aus dem Zuchthaus an seine Verlobte Maria von Wedemeyer schrieb, sind vor einigen Jahren publiziert worden.  Berührende Dokumente, aus denen Mut und Zuversicht sprechen, die im Gottesglauben Bonhoeffers wurzelten.
Der kanadische Regisseur Eric Till, dem eine deutsch-kanadische Produzentengemeinschaft diesen biografischen, aber nicht dokumentarischen Film anvertraut hat, setzt durch den Einsatz von Licht und Dunkelheit dramaturgische Akzente.
Der stärkste und berührendste Teil dieses Films schildert Bonhoeffers Haftzeit. Man sieht ihn, allein, im Dunkel seiner Zelle, im Zwiegespräch mit Gott. Man hört, wie er anderen Gefangenen Mut zuspricht, wie er dadurch selbst einen Wärter für sich einnimmt.
Und man versteht, warum er sowohl das Angebot der Nazis, seine Haut zu retten, als auch die ihm durch den von Maria bestochenen Wärter angebotene Fluchtmöglichkeit ausschlägt. So zeichnet "Bonhoeffer - Die letzte Stufe" ein plausibles Porträt seines Protagonisten.
Was aber ist Mythos und was ist Realität? Was wissen wir über Dietrich Bonhoeffer, sein Selbstverständnis, seine Spiritualität? Was ließ ihn zum Widerstandkämpfer werden? Worin ist er uns nah? Wo bleibt er uns fremd? Was bedeutet sein Zeugnis für uns in den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart, angesichts von Rassismus und Diskriminierung, von Hass und Verfolgung.
Das bleibt im Nachgespräch zu klären, zu dem herzlich eingeladen wird.

Zeit: So. 25.10.2020, 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Ort: Ev. Kirche Gescher, Friedensstr. 2, Gescher
Kosten: keine
Leitung: Rüdiger Jung, Pfarrer
Anmeldung:  Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.


Lesung: „Die Judenmetzgerei“ von und mit Hermann Multhaupt

Hermann Multhaupt liest aus seinem jüngst erschienenen Roman: Die Judenmetzgerei. Ein Familienschicksal aus Deutschlands dunkelster Zeit.
Else Rubin, Mutter von sechs Kindern, hat alle Hände voll zu tun, um ihre Metzgerei im Jahr 1943 am Laufen zu halten. Ihr Mann kämpft an der Front in Russland, nur der einbeinige Onkel Gustav arbeitet in der Metzgerei mit. Als Frau Rubin das Mutterkreuz für ihre Kinder verliehen werden soll, die sie laut Ortsgruppenleiter "dem Führer geboren hat", lehnt sie sich erstmals mutig gegen die NS-Ideologie auf. In der Folgezeit wird die Familie immer wieder von SS-Leuten schikaniert. Schließlich kommt es so weit, dass alle Juden der Stadt freitags nur noch in ihrer Metzgerei einkaufen dürfen.
Auch wenn dies das Ende ihrer Existenz bedeuten kann, solidarisiert sich Else Rubin immer stärker mit ihrer jüdischen Kundschaft ...
Angesichts aktuell wiederauflebender rechtsradikaler Tendenzen ist das authentisch erzählte, zum Teil auf Tatsachen beruhende Familienschicksal eine eindringliche Warnung. Gerade in der heutigen Zeit ist Aufmerksamkeit und couragiertes Handeln gefragt, um das Wiedererstarken antisemitischer Ideologien im Keim zu ersticken.

Zeit: Fr. 13.11.2020, 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Ort: Ev. Gemeindehaus Gescher, Prozessionsweg 4, Gescher
Kosten: 5,- €. Die Eintrittskarten können bei „Ihr Buchladen“, Hauskampstr. 21, Gescher und an der Abendkasse erworben werden.
Referent: Hermann Multhaupt, Münster
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht zwingend, aus gegenwärtigem Anlass wird jedoch ausdrücklich darum gebeten, da die gebotenen Abstandsregelugen geringere Platzkapazitäten ermöglichen.
Richten Sie Ihre Anmeldung bitte an: Anne Dzierzawa, buero@ev-ju.de oder telefonisch: 02573/797.